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Schneeglöckchen in Wien-Lobau
© 2013 Tomoko Yamamoto

Viola

Text by Franz von Schober
Music by Franz Peter Schubert
D786 Blumen Ballade
Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein,
in den Auen läutest du,
läutest in dem stillen Hain,
läute immer, läute zu, läute immerzu!

Denn du kündest frohe Zeit,
Frühling naht, der Bräutigam,
kommt mit Sieg vom Winterstreit,
dem er seine Eiswehr nahm.

Darum schwingt der goldne Stift,
daß dein Silberhelm erschalt,
und dein liebliches Gedüft,
leis' wie Schmeichelruf entwallt:

daß die Blumen in der Erd'
steigen aus dem düstern Nest,
und des Bräutigams sich wert
schmücken zu dem Hochzeitsfest.

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein,
in den Auen läutest du,
läutest in dem stillen Hain,
läut die Blumen aus der Ruh'!

Du Viola, zartes Kind,
hörst zu erst den Wonnelaut,
und sie stehet auf geschwindt
schmücket sorglich sich als Braut

hüllet sich in's grüne Kleid,
nimmt den Mantel sammetblau,
nimmt das güldene Geschmeid
und den Brillianten Tau.

Eilt dann fort mit mächtigen Schritt
nur den Freund im treuen Sinn
ganz von Liebesglück durchglüht,
sieht nicht her und sieht nicht hin.

Doch ein ängstliches Gefühl
ihre kleines Brust durchwallt,
denn es ist noch rings so still,
und die Lüfte weh'n so kalt,

Und sie hemmt den schnellen Lauf
schon bestrahlt von Sonnenschein;
doch mit Schrecken blickt sie auf
denn sie stehet ganz ganz allein.

Schwestern nicht, nicht Bräutigam
zugedrungen und verschmäht!
Da durchschauert sie die Scham,
fliehet wie vom Sturm geweht,

fliehet an den Fensten Ort,
wo die Gras und Schatten deckt,
späht und lauschet immerfort:
ob was rauschet und sich regt,

Und gekränket und getäuscht
sitzet sie und schluchzt und weint;
von der tiefsten Angst zerfleischt,
ob kein Nahender sich zeigt:

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein!
In den Auen läutest du,
läutest in dem stillen Hain,
läut' die Schwestern ihr herzu

Rose nahet, Lilie schwankt,
Tulp' und Hyacinte schwellt,
Windling kommt daher gerankt,
und Narziß, und Narziß hat sich gesellt.

Als der Frühling nun erscheint,
und das frohe Fest beginnt,
sieht er alle, alle die vereint,
und vermisst sein liebstes Kind.

Alle schickt er suchend fort,
um die Eine, die ihm wert,
Und sie kommen an den Ort,
wo sie einsam sich verzehrt.,

Doch es sitzt das liebe Herz
stumm und bleich, das Haupt gebückt,
ach, der Lieb' und Sehnsucht Schmerz
hat die Zärtliche erdrückt

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein!
In den Auen läutest du,
läutest in dem stillen Hain,
läut', Viola, sanfte Ruh'

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Last Update: January 2, 2014